Online Interviews & Videokonferenzen

Mit Covid kamen in den 2020-er Jahren die Videokonferenzen und auch Medienauftritte über Internet. Sie sind bis heute geblieben. Und noch immer ist vielen nicht bewusst, wie unvorteilhaft sie wirken, wenn sie ein paar grundlegende Punkte ausser Acht lassen. Heros statt Zeros - hier die Top 5 Regeln für den Online-Auftritt, ob in einer Videokonferenz oder am TV.

1. «Gutes Licht scheint Dir ins Gesicht»

«Es werde Licht», hiess es schon in der Bibel. Und das gilt bis heute. Gutes Licht scheint Dir ins Gesicht. Es kommt also von vorne, und am besten diffus.

Diffus heisst: Keine Lichtkegel von Deckenspots, sondern lieber Flächenleuchten, die viel Licht abgeben, und das am besten indirekt, über eine weisse Decke und weisse Wände. Damit bist Du zwar recht flach ausgeleuchtet, aber Du trittst da ja auch nicht in einem Hitchcock-Thriller auf mit einem Schattenwurf, der einem Angst machen muss.

Ganz wichtig auch: Keine Fenster im Hintergrund. Die führen nämlich dazu, dass der Hintergrund zu hell und Dein Gesicht gleichzeitig zu dunkel ist.

Eine «Softbox» wie hier links und eine Systemkamera sind natürlich das Non-plus-ultra, aber meist nicht nötig. Eine starke Büroleuchte, links oder rechts vor Dir positioniert, mit indirektem Licht an die Decke oder die Wand, ist in Kombination mit einer 4K-Webcam häufig ausreichend und macht schon einen grossen Unterschied zu dem, wie die meisten in Videokonferenzen auftreten.

2. Der goldene Schnitt - oder: Die Zweidrittel-Regel

«Ganz oft gesehen: Fürchterliche «Cadragen», wie die Profis dem Bildausschnitt sagen. Da klebt der Kopf ohne Hals ganz unten auf dem Bild, und obendrüber macht die Tapete sieben Achtel des Bildes aus. - Wie ginge es richtig? Achte als einfache Grundformel darauf, dass Deine Augen auf einer imaginären Linie etwa auf zwei Drittel des Bildes zu liegen kommen (vom unteren Bildrand gemessen).

 

Oft stellt sich auch die Frage: Soll man sich genau in der Mitte oder lieber etwas rechts oder links im Bild positionieren. Hier gilt nur die Regel, dass das Bild nicht «kippen» darf: Wenn Du zu zwei links oder rechts positioniert bist, dann bekommt das Bild auf dieser Seite quasi ein grafisches Übergewicht. Das ist unerwünscht. Zu der Regel passt auch, dass im TV Personen, die rechts im Bild positioniert sind, nach links schauen und umgekehrt - man schaut also in den leeren Raum hinein.

3. Das Mikrophon gehört zum guten Ton

Auf den guten Ton achten wir fast nie - aber wenn er schlecht ist, dann stört das so empfindlich, dass viele kaum mehr Lust haben, weiterzuschauen. Das gilt gerade, wenn der Ton hallt wie in einer Kirche. Der Hall entsteht, wenn du zu zwei weg bist vom Mikrophon - und wenn der Raum wenig Elemente enthällt, die den Schall absorbieren. Solche Dinge sind z.B. Teppiche oder Vorhänge oder volle Büchergesteller. Kleine Räume hallen zudem weniger als grosse. Und natürlich hilft ein Mikrophon, dass Du nahe bei Dir platzieren kannst. Gibt’s ja heute schon für kleines Geld.

Handelsgängige Mikrophone sind heute entweder sog. Podcast-Mikrophone, die über ein USB-Kabel am Computer angeschlossen werden. Sie werden meist auch stolz gezeigt und nicht etwa wie früher versteckt. Die andere Variante sind kleine, drahtlose Ansteckmikrophone («Lavalier-Mikrophon»), die meist im Set mit Sender/Empfänger kommen.

4. Der Blickkontakt

Die Videokonferenz oder die Online-Schalte in eine Nachrichtensendung sind so ziemlich die einzigen Situationen, in denen Du direkt in die Kamera schauen sollst. Gerade bei Videokonferenzen ist es ganz schön anstrengend, sich längere Zeit dem Kameraobjektiv zuzuwenden. Gleichwohl ist es die einzige Möglichkeit, Deinen Gesprächspartnern wirklich in die Augen zu schauen. Als kleinen Trick gibt es Teleprompter, die es Dir erlauben, die Videokonferenz-Software direkt vor der Kameralinse anzuzeigen. So kannst Du quasi Deine Gesprächspartner ansehen und schaust gleichwohl direkt in die Kamera.

Ein Prompter besteht aus einem Bildschirm, der in einem 90°-Winkel zur Kameralinse angebraucht ist. Eine Glasscheibe im 45°-Winkel widerspiegelt das Monitorbild für die Person vor der Kameralinse, ohne dass es von der Kameralinse aufgezeichnet wird. Auf diese Weise können Texte in die Kamera gesprochen werden, ohne dass der Blickkontakt abbrechen muss. Oder das Programmfenster mit der Konferenz-Software wird auf die Scheibe projeziiert. Du schaust damit die anderen Konferenzteilnehmer und blickst aber gleichzeitig direkt in die Kamera.

5. Der Hintergrund

Die lustigen Hintergründe, die von Applikationen wie MS Teams zur Verfügung gestellt werden, sind ja eine lustige Spielerei. Wenigstens so lange, bis dann auch Dein Arm verschwindet, weil die Technik, um das Bild von mir sauber auszustanzen und vor einen schönen Hintergrund zu setzen, einfach immer noch grottenschlecht ist. Besser: Bau Dir einen natürlichen Hintergrund, der aber möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen und von Deinen Aussagen ablenken sollte. Gar nicht gehen Hintergründe wie Strände, Berglandschaften oder andere Sujets, die mit Deinem Thema und Deiner Arbeit nichts zu tun haben. Eine aufgeräumte Bürolandschaft im Hintergrund ist aber voll ok.

Weniger ist mehr. Ein einfacher, aber realer Hintergrund passt besser als die technisch eingestanzten Hintergründe von MS Teams und Konsorten, die sehr künstlich wirken und Dich nur sehr ungenügend aus dem realen Hintergrund herausfiltern.

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