
Crans-Montana Brandkatastrophe: Mit einer Schocknachricht ins Neue Jahr

Am 1. Januar 2026 erwachte die Schweiz mit einem Schock aus der Neujahrsnacht, als sie in den Morgennachrichten davon Kenntnis nehmen musste, dass im Walliser Ski-Ort Crans-Montana bei einem Brand in der Silvesternacht 40 Personen ihr Leben verloren. Und über 100 weitere mit teil schwersten Verbrennungen in Spitäler überall in Europa überführt werden mussten.
Offenbar, so berichteten einige Medien schon früh, war in der Bar «Le Constellation» die schaumstoffbehängte Decke in Brand geraten, weil dort Champagnerflaschen mit Sprühkerzen (ähnlich den Wunderkerzen) serviert worden - und der gefährlichen Decke zu nahe gekommen waren.
Diese Informationen waren in verschiedenen Medien bereits am frühen Morgen des 1. Januar 2026 publiziert, gleichwohl taten sich die Einsatzkräfte mit der Kommunikation recht schwer. So sprach Polizeikommandant Frédérik Gisler in der ersten Medienkonferenz um 1000 Uhr noch von «mehreren Dutzend Toten» und «über hundert Verletzten». Zur Brandursache äusserten die Einsatzkräfte lediglich, dass sie ein Attentat auschliessen würden - erst auf Nachfrage der Medienschaffenden zeigte sich dann, dass aber auch den Einsatzkräften sehr wohl bekannt war, wie sich der Vorgang mutmasslich abgespielt hatte.
Später wurde insbesondere die Staatsanwaltschaft heftig kritisiert. Einerseits wurde ihr vorgeworfen, nötige Untersuchungshandlungen unterlassen und die Flucht- und Vertuschungsgefahr beim Ehepaar, das die Bar betrieb, nicht abgewendet zu haben. Der Mann wurde erst Tage später unter internationalem Druck dann doch noch in Untersuchungshaft versetzt, kurze Zeit später aber auf Kaution wieder entlassen. Auch die Frage, ob die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit überhaupt unbefangen untersuchen könne, wurde rege diskutiert, nachdem die zuständige Generalstaatsanwältin während zwei Medienkonferenzen mit Vertretern der Gemeinde an einem Tisch sass - sich schon kurze Zeit später aber herausstellte, dass die Gemeinde ihre Aufsichtspflicht über die Bar während Jahren vernachlässigt hatte.
Wir haben zu der gesamten Kommunikation in der Sache eine mehrteilige ausführliche Analyse erstellt, die unter http://comexperts.ltd/wissen/fall_cransmontana nachgelesen werden kann.
Und auch die neu gegründete Krisenkomm Best Practice Community war schliesslich eine Folge der Analyse zur Kommunikationsführung in Crans-Montana.
Schliesslich befasst sich auch der Youtube-Kanal Krisenkommunikation Best Practice. mit der Case Study zu Crans-Montana und fasst die wichtigsten Erkenntnisse in mehreren Videofolgen zusammen.
